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Wotan: Carmina Barbarica

Na das wurde aber auch Zeit! Nach unzähligen Ankündigungen und ebenso vielen Releaseverschiebungen erblickt nun endlich das Debüt (gegründet wurde die Band schon 1988!) von Wotan das Licht der metallenen Erde. Zuallererst fällt das extrem kultige Artwork ins Auge, bei dem sich das Kleinstlabel Eat Metal Records (unterstützt den guten Greg bloß!) mächtig ins Zeug gelegt hat. Aber auch musikalisch bleibt zum Glück der hervorragende Eindruck, den die Bande bei mir auf dem zweiten Keep It True-Festival hinterlassen hat, bestehen. Epic Metal in seinen genretypischen Varianzen bietet "Carmina Barbirica" - also eine Art Metal, die für die Leser dieser Seiten wie gemacht zu sein scheint. "Lord of the Wind", der flotte Opener, ist noch etwas "gewöhnlich", bevor dann aber mit "Under the Sign of Odin's Raven" die komplette Epic-Keule ausgepackt wird. Alleine der getragenen und von Sänger Vanni brillant gesungene Beginn ist das Geld für die CD locker wert! Das nachfolgende "Hussard de la Mord" ist dann ein schneller Metalkracher, bei dem man seinen Kopf und vor allem seine rechte Faust nicht still halten kann. It's fists in the air-time again! So brauchen wir es; schade, dass immer mehr vermeintliche Metaller mit diesem Stil nichts mehr anfangen können.

"Innoxia" atmet dann ein wenig "Blood of my Enemies"-Flair, während "Wrath of the North" in die gleiche Kerbe wie "Hussard..." schlägt: Schnell und eingängig, aber ohne an die Myriaden von Italo-Bands zu erinnern, die uns so langweilen. Drei weitere Höhepunkte eines großartigen Albums sind "The Cave" (welch ein Riffing, welche Chöre!), der Abschlusstrack "Iron Shadows, der mit einem gar königlichen Refrain gekrönt wird sowie das enorm kraftvolle und mit der Erzählung "The Oracle of Delphi" von Herodotus versehene "Thermopiles" ("Doom is written in their number now, River of bronze flowing down the horizon, that is my future, that is my doom"!).

Soundmäßig ist ebenfalls alles im grünen Bereich - Deathmasters (DoomSword) Studio sei dank. Wer also auf die ganzen alten und neuen Helden wie Cirith Ungol, Manilla Road, DoomSword oder old Manowar steht, liegt bei Wotans "Carmina Barbarica" goldrichtig!

(c)2004, Michael Kohsiek