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Metal Church : The Weight Of The World

Mit dieser Band hätte ich nun wirklich nicht mehr gerechnet. Zu unschön endete die unsägliche David-Wayne-Rückholaktion und der dazugehörige Rohrkrepierer "Masterpeace" war auch nicht unbedingt der Rede wert. Ergo hatte ich auch aufgrund der laaangen Stille vermutet, daß die einst legendäre Kapelle den Weg von Crimson Glory gegangen sei. Aber mitnichten! Anno 2004 kann die Gemeinde nun Kurdt Vanderhoof&Co. in neuer Besetzung bestaunen - neben Ronny Munroe (ex-Rottweiler) am Mikro fanden auch ex-Malice-Axeman Jay Reynolds sowie Basser Steve Unger den Weg in die Kathedrale des Stahls. Zusammen mit den Original-Mitgliedern Kirk Arrington (drums) sowie dem erwähnten Kurdt an der zweiten Klampfe will man nun also versuchen, die letzte Schlappe vergessen zu machen und an die Großtaten der ersten fünf Alben, die allesamt zu den Kalssikern des US-Metals zu zählen sind, anzuknüpfen. Und - sie schlagen sich nicht schlecht!

Die wichtigste Frage zuerst klären: was kann der neue Mikro-Mann? 'ne ganze Menge! Seine melodische Stimme liegt einem Mike Howe sicher näher als dem zuletzt maßlos enttäuschenden Original-Reverend (gut so!), auf den einen oder anderen kultig spitzen Schrei verzichtet der Ex-Rottweiler aber auch nicht. Best of both worlds sozusagen - Ronny Munroe war sicher ein Glücksgriff als neuer Frontprediger.

Und wie sind die Songs? Deutlich metallischer als zuletzt, aber Kraftbrocken der "Beyond The Black"-Liga braucht der geneigte Kirchgänger auch nicht zu erwarten. Eher knüpft man an den ausgefeilteren, erwachseneren Sound des "Hanging In The Balance"-Sahnescheibchens an, was wohl auch den ehrlicheren Weg darstellt. Leider ist die Produktion ein bißchen arg glatt ausgefallen, so daß Klasse-Ohrwürmern wie dem Opener "Leave Them Behind", dem absolut hitverdächtigen "Hero's Soul" oder dem noch am ehesten an Alt-Granaten der Sorte "Start The Fire" erinnernden Stampfer "Bomb To Drop" etwas die Power abgeht. Zu zurückhaltend kommt das für meinen Geschmack alles rüber - das Rehhagel-Wort von der kontrollierten Offensive will mir über die komplette Spielzeit nicht aus dem Sinn. Live dürften die durchgehend blitzsauber komponierten Tracks wohl deutlich heftiger zünden...

Aber auch so ist "The Weight of the World" eine durch und durch positive Überraschung. Welcome back!

(c)2004, Ernst Zeisberger