Einen Ausnahmesänger wie Jorn Lande zu ersetzen ist nun wirklich kein leichtes Unterfangen - um so schöner, daß die auch auf der Drummerposition umbesetzten Masterplan (für Uli Kusch eingewechselt wurde ex-Rage/Pell-Schlagwerker Mike Terrana) es auch bewerkstelligt haben. Mike DiMeo sollte (ja, SOLLTE. Ist ja nicht das erste Mal, daß der Musikzirkus nicht so funktioniert, wie man das gerne hätte, grummel...) Kennern der US-Legende Riot von x Alben als blueslastige Hard Rock-Götterstimme der Güteklasse A bekannt sein. Und wer für Gänsehautnummern wie "Through The Storm" verantwortlich ist, der ist auch mit dieser Aufgabe nicht überfordert.
Musikalisch gesehen haben ihm seine neuen Kollegen gewohnte Qualität vorgesetzt, die zwar auf den ersten Hör nicht unbedingt spektakulär tönt, aber mit weiteren Durchgängen mehr und mehr hinzugewinnt. (Trotzdem ist "Mk.II" rein vergleichsweise wohl das schwächste der drei bisher erschienenen Alben, was aber bei der gebotenen Klasse natürlich alles andere als einen Verriß gebietet.). Nummern wie die erste Single "Lost and Gone", das hochmelodische "Keeps Me Burning" oder das von einer herrlich kitschigen Keyboard-Fanfare, wie sie Europe wohl in besseren Zeiten geschrieben hätten, getragene "I'm Gonna Win" werden die nicht unerhebliche Fanschar ein weiteres Mal begeistern können. Dabei verleiht DiMeos kräftiges, aber weniger rauchig daherkommendes Organ (more Turner than Hughes!) dem Ganzen einen erfrischend neuen Touch. Einzig und alleine den von der Band im Vorfeld angekündigten, verstärkt zum Einsatz kommen sollenden Metal kann ich in dem Ausmaße nicht ausmachen - die Combo zelebriert nach wie vor ihren ureigenen Mix aus europäischem Power Metal (Helloween-artige Melodic Speed-Ambitionen kann ich aber bestenfalls bei einem Song ausmachen!) sowie erdigem Hard Rock der amerikanischen Prägung. Da lag es wohl nicht am Musikalischen alleine, daß Herr Lande den Abgang gemacht hat...
(c)2007, Ernst Zeisberger