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In Solitude : In Solitude

Wie zur Hölle machen die Schweden das eigentlich immer wieder? Nachdem schon ihre Landsleute von Portrait vor nicht allzu langer Zeit einen fantastischen Beitrag in derselben Disziplin vorgelegt haben, sind nun In Solitude an der Reihe, dem verblüfften Hörer klarzumachen, wer den retrometallischen Ton angibt. NWOBHM pur ist angesagt auf dem Debütalbum des Fünfers, das unglaublicherweise von den Songs über die (wunderbar erdige) Produktion bis hin zu dem angemessen finsteren Cover in sämtlichen Belangen so daherkommt, als sei das gute Stück durch eine Zeitspalte aus dem Jahr 1983 hierhergebeamt worden.

Dabei sind sämtliche acht Songs kleine Perlen ihrer Zunft, und Songtitel wie "Witches Sabbath", "7th Ghost" oder "In The Darkness" weisen schon auf die okkulte Grundstimmung im Sinne der Dänengötter Mercyful Fate hin, die man sich mit den eingangs erwähnten Portrait teilt. In Gegensatz zu diesen bleibt aber der Gesang von Frontmann "Hornper" aber in der Regel in auch für Otto Normalmetaller erträglichen Tonlagen. Das macht die Jungs zwar durchaus eigenständiger, lässt aber für meinen Begriff hie und da den nötigen Wahn, wie ihn etwa der King immer drauf hatte, etwas vermissen.

Auch songwriting - bzw. gitarrentechnisch ist das hier für ein Debüt erstaunlich abgeklärt. Von den üblichen Murray/Smith-Gitarrengaloppeln bis hin zu angemessener okkult-düster tönender Melodik ist alles an Bord, was die üblich ewiggestrigen Zeitgenossen (in Ottos Worten: vier alle!) sich wünschen könnten. Ein Song wie das enorm dynamische, kraftvolle "Temple Of The Unknown" treibt mich ein jedes Mal wieder in den Wahnsinn, und das nicht alleine ob der Tatsache, dass 95% der im Moment in den einschlägigen Publikationen über eine Band wie diese gehypten Katastrophen nicht mal ansatzweise diese Klasse besitzen, dafür aber gefühlte 5000% an Aufmerksamkeit erfahren.

Was soll's. Meine Empfehlung steht. In Solitude MUSS jeder einigermassen interessierte Old-School-Metaller kennen. Basta!

 

(c)2009, Ernst Zeisberger