Großartig Platz für Innovationen war noch auf keiner Grave Digger-Scheibe (das dürfte das Zielpublikum aber auch nicht weiter jucken), und das ändert sich auch auf ihrem neusten Rundling nicht. Darin liegt aber auch nicht das Problem von "Liberty Or Death", das ich leider als einen der weniger zwingenden Einträge in die Diggersche Discography resümieren muß. Nein, das Problem liegt viel eher daran, daß man dieses Mal einfach zu wenig Songs aufgenommen hat, die dem gediegenen Durchschnitt wirklich entkommen können.
Mal ist es ein schwülstiger Chorus wie im flotten "Highland Tears", der die solide Basisarbeit, bei der mal wieder vor allem ex-Rage-Axeman Manni Schmidt mit allerlei schneidenden Riffs überzeugen kann, torpediert; dann wieder vergleichsweise Allerwelts-Gesangslinien wie in den verzichtbaren "The Terrible One" oder "Until The Last King Died" - man muß schon ganz bis zum Ende dabeibleiben, um mit den abschließenden "Forecourt To Hell" und "Massada" dann doch noch zwei echte Knaller geboten zu bekommen. Für meinen Begriff zu wenig für diese Band, die in ihrem Genre ja doch zu den ganz Großen zählt. "Liberty Or Death" würde ich jedenfalls nur Die-hard-Fans wirklich empfehlen, wenn überhaupt.
(c)2007, Ernst Zeisberger