Das muss schon eine ganz
besondere Band sein, wenn ich schreibfauler Sack mich mal wieder bequeme ein
Review zu schreiben. Und verdammt noch mal, A Tortured Soul sind etwas
Besonderes. Ähnlich mitgerissen wie die vorliegende Scheibe hatte mich zuletzt
höchstens das Powervice-Demo oder der erste RAM-Longplayer - und das will was
heißen. Was die fünf Amis hier abliefern ist Heavy/Black Metal in Perfektion.
Die Jungs klingen böse, sie klingen verschroben, sie klingen heavy! Zwischen
alten King Diamond, kauzigem Metal der Marke Manilla Road und old school Doom
hat man seine ganz eigene Nische gefunden. Ob hymnisch getragen („Not Tonight“,
mit leichter Black Sabbath-Schlagseite), flott nach vorne („Nocturne“, Uptempo
im Stil von Dänenkönigs „A Mansion In Darkness“) oder einfach nur mystisch
okkult („Altar Of Sangria“, „13“), ATS wissen, wie man gute Songs schreibt - und
das durchgehend, denn Ausfälle oder Füllmaterial gibt es unter den 10 Tracks
nicht. Die dunkle Grundstimmung der Lieder gepaart mit den rabenschwarzen Texten
erzeugt außerdem eine einmalige Atmosphäre, der man sich nur schwerlich
entziehen kann. So eine Band hat der Szene definitiv gefehlt und dürfte die
Offenbahrung für jeden Traditionsmetaller sein, der von grünen Feenwäldern,
tanzenden Heinzelmännchen und tuntigen Rittern die Schnauze voll hat. Das
Sahnehäubchen der Scheibe ist aber Sänger Rick Black, der für jeden Song die
passende Stimmlage parat hat. Von kehlig rau, über eine Mischung aus Halford und
Ozzy bis zu King Diamond auf Helium, der Mann hat sie alle drauf. Da das Teil zu
guter Letzt auch noch astrein produziert ist, bleibt nur noch eines zu sagen: A
Tortured Soul sind in meinen Augen der zur Zeit interessanteste Newcomer aus
Satan’s own country und ein absolutes Muss für jeden Fan des klassischen Metals
fernab des Mainstreams. Selbstverständlich kaufen!
(c)2007, Peter Kraus