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Anubis Gate: Purification

Anubis Gate - ein Name, den man sich künftig merken muss! Denn wer auf schleppenden, hypnotischen, dabei jederzeit melodischen Metal steht, sollte sich "Purification" auf den Einkaufszettel schreiben. So einfach kommt man von dem Album nämlich nicht mehr los - glaubt's mir, ich hab's wochenland getestet und die Testphase ist noch nicht abgeschlossen. Aber der Reihe nach.

Nach einen stimmungsvollen Intro zeigt der Quasi-Opener "Downward Spiral" gleich die Marschrichtung für den Rest des Silberlings auf: ein mächtig knallendes Riff, eine angenehme Grundhärte und ein schlichtweg überragender Sänger sowie dezente Keyboard-Unterstützung - Namen wie Tad Morose oder auch Lordbane kommen einem sofort in den Sinn, wenn man Anubis Gates Klängen lauscht. Einige Kritiker hatten bei ihren soundcheckbedingten zwei Hördurchgängen Probleme mit der vermeintlichen Eintönigkeit des Albums, was ich nun überhaupt mal gar nicht verstehen kann. Wer ein paar Monate später die personifizierte Eintönigkeit, Ministry, abfeiert macht sich unglaubwürdig.

Höhepunkt ist für mich immer noch der Titeltrack, der einer der bestgesungensten Tracks dieses Jahres geworden ist. Wie sich Sänger Torben Askholms Stimme hochschraubt ist der pure Wahnsinn - und dann diese Melodien! "Left with no alternatives, you cast your soul into the flames, let them burn and melt your skin, purification begins." Gigantisch auch der Akustikbeginn von "Hypernosis" oder das harte "I, Demon", dem man sich einfach nicht entziehen kann. "The Shadow" ist dann so kolossal, dass mir sogar der Name Fates Warning im Kopf herumschwirrt. Das über achtminütige "Discrowned" ist dann der überstrahlende Abschluss eines Albums, das süchtig macht (wer es bei diesem Song ab Minute 4:23.noch auf seinem Hintern aushält ist taub oder tot).

Überragend ist auch die beinahe majortaugliche Produktion, die jedes Detail des Werkes klar und deutlich zum Vorschein kommen lässt. So muss Metal anno 2004 einfach klingen.

Fazit: Anubis Gate ist eines der besten Alben dieses Jahres gelungen und es bleibt zu hoffen, dass die oft leider zu unbewegliche Masse der Metalfans diese Band für sich entdecken. Es lohnt sich!

(c)2004, Michael Kohsiek