Symphorce : PhorcefulAhead
Neuer
Kraftstoff von Andy B. “Dickinson” Franck und Konsorten! Der Nachfolger des
2000er Edelstahlgeschosses “Sinctuary” knüpft nahtlos an ebendieses an und bietet
einmal mehr klischeefreien, riffbasierten Power Metal, dem man seine deutsche
Herkunft ganz und gar nicht anhört. Vielmehr atmet das Scheibchen deutlich den
Geist brillianter Ami-Kapellen wie Sanctuary, Titan Force oder auch Vicious
Rumors
(mit Carl Albert natürlich!). Wobei der stärkste Trumpf der Truppe neben dem
filigranen Spiel des Cedric Dupont (der, das muß man klar feststellen, sein
Talent bei Freedom Call verschwendet!) immer noch in den Stimmbänders
des obengenannten Vokalakrobaten besteht – neben dem bei Metalium arg unterforderten
Henning Basse ist und bleibt Mr. Franck der beste Metalsänger aus deutschen
Landen seit den Tagen, als Michael Kiske sich noch nicht zu gut für diese Musik
war.
Und so
mettelt man sich denn auch diesmal ohne Ausfälle durch zehn (auf dem Digipack
sind’s gar 13 an der Zahl) neue Klassenummern, die zwar erfreulich konsequent
der Tim Taylor’schen Devise von “mehr Power” folgen, bei denen es aber leider
etwas an der Abwechslung zu wünschen übrig läßt. Durchgehend im Midtempo
gehalten, würde sich ein echter Speed-Knaller, ein Ballädchen oder ein Cover
vielleicht (wie auf dem Vorgänger allesamt vertreten) oder IRGENDWAS anderes
zur Auflockerung schon recht gut machen. In dieser Form stellt sich nach ein
paar Songs immer ein Gefühl von Eintönigkeit ein, gerade zumal sich auch einige
Chorusse recht ähneln. Und das ist schade, da für sich gesehen eigentlich jeder
einzelne Song auf sehr hohem Niveau angesiedelt sind.
Das ist im
übrigen auch der einzige Grund, weswegen ich “PhorcefulAhead” im Gegnsatz zum
Großteil der Fachpresse noch nicht wirklich auf Weltklasse-Level sehe – dem war
“Sinctuary” für meinen Begriff einen Tick näher gekommen. Trotzdem natürlich
immer noch ein Klassescheibchen, daß den Großteil der nationalen wie
internationalen Konkurrenz weit zurückläßt…
(c)2002, Ernst Zeisberger