Steel Prophet : Genesis

Feine Compilation-CD aus dem Hause Steel Prophet. Zum einen gibt's hier das überragende Demo "Inner Ascendance" zu bestaunen, dessen regulärer Release längst überfällig war. Auch heute noch zähle ich Tracks wie "Death", "Life" (die beide auch als Neuaufnahmen auf der "Continuum"-EP vertreten waren), das göttliche "Sleep Of Despair" oder den Titeltrack mit zum stärksten Material der ohnehin begnadeten Band, die seitdem allerdings eine völlig andere Richtung eingeschlagen hat. Wandelt man heute eher auf den Spuren straighterer US Metal-Bands wie Agent Steel oder auch der guten alten Iron Maiden, so war "Inner Ascendance" seinerzeit die perfekte Ersatzdroge für alle Fates Warning-Fans, die (wie ich) mit den Post-"Awaken The Guardian"-Scheiben nie so wirklich warm geworden sind. Und bevor jetzt jemand "Blasphemie!" schreit - nein, das ist keine Übertreibung: neben den (unerreichten) Arch'schen Fates-Scheiben und der fast ebenso gigantischen "Ascend From The Cauldron" von Deadly Blessing stelle ich kaum einen Release auf dieses gigantische Level. Und das beinhaltet auch das propheteneigene offizielle Debüt "The Goddess Principle", das ja beileibe nicht schlecht war, dem Demo-Hammer aber nicht wirklich das Wasser reichen konnte. Das gilt übrigens auch für den Sound, der für meine Begriffe den Vergleich mit den ersten drei regulären Steel Prophet-Alben nicht zu scheuen braucht - gerade jetzt, da der olle Bootleg endgültig ausgedient hat.

Der zweite Teil dieser, übrigens vorbildlich aufgemachten (Texte, Liner-Notes von Steve, diverse Pics - lediglich das alte Ritter-Cover hätte ich mir insgeheim schon gewünscht...) CD bilden einige, ursprünglich für diverse Tribute-Alben aufgenommene Coverversionen von Metal-Göttern wie Accept, Maiden, Priest oder Sabbath. Dabei sticht für mich besonders Priests "Dreamer Deceiver" positiv heraus, da es 100%ig zum Stil von Steve & Co. paßt - die Metallica-Nummer "Fade To Black" finde ich dagegen eher durchwachsen, gerade im Vergleich zum Original. Und was die Jungs geritten hat, den Simple Minds-Song "Don't You Forget About Me" zu covern, ist mir auch schleierhaft geblieben. Wobei mir das Original hier unbekannt ist, im Vergleich zu der Version der Depri-Tränen Life Of Agony um Frontmann Keith "Kaputto" ist der Song aber zumindest erträglich. Mein Kaufgrund war allerdings mit Sicherheit ein anderer...

(c)2000, Ernst Zeisberger 1