Wie definierte man Heavy Metal noch gleich? Massive Keyboardteppiche, eintöniges Doublebassgebrate, Trällermelodien und kaum
vernehmbare Gitarren ohne rechte Riffmelodien? Ach so, das ist, was die Majormagazine und somit tausende von fehlgeleiteten Nachwuchsbangern für echten Metal halten. Völliger Blödsinn, wie die neue Skullview beweist. Keyboards sind hier schonmal ein Fremdwort, dafür knacken die zwei Gitarren ein ebenso gewaltiges wie ungewöhnliches Powerriff nach dem anderen raus. Die Geschwindigkeit variiert von rasend bis schleppend, ebenso die Melodien, denen nur ihre allgemeine Grunddramatik gleich ist. Mal stehen einem bei der erschaffenen dunklen, kranken Atmosphäre die Haare zu Berge, mal bangt man frohen Mutes den kämpferischen Refrain mitgröhlend zu hymnischen Klängen. Die Vocals sind rauh und doch melodisch, auf jeden Fall nicht alltäglich. Skullview addieren zur furiosen Leidenschaft, die ihre Stücke ausstrahlen, noch ein Quentchen Irrsinn hinzu, ohne das genialer Metal niemals seine Wucht und Durchschlagskraft erreichte. 2001 ist also DAS Jahr des Metals gewesen, wenn ich mir die Veröffentlichungsliste geilster Metalscheiben so ansehe. Skullview ziehen seit drei Jahren auf ihren Alben konsequent ihre eigene Linie durch und lassen sich nicht beirren. Gibt es denn was zu meckern hier? Also nicht für mich. Der Sound ist bodenständig und roh, ohne allerdings schwachbrüstig zu sein. Ein Bonusschmankerl erhält man auf der streng limitierten LP, denn mit "Digital Bitch" haben sie einen Song vom 83er Gillan meets Black Sabbath Album "Born Again" gecovert, welches zu meinen erklärten Favealben gehört. Skullview zeigen, wie echter Metal zu klingen hat, nicht wirklich so wie eingangs beschrieben.