Sinergy : Suicide By My Side

Wow, hier klingt aber jemand mächtig angepißt! Zumindest werden die Finnen von Platte zu Platte härter – mit dem eher in der Hammerfall-Liga angesiedelten Debüt “Beware the Heavens” hat man heute nur noch am Rande etwas zu tun. Zwar spielt man nach wie vor melodischen Euro-Metal der Güteklasse A, bolzt diesen aber mittlerweile mit “Painkiller”-verdächtiger Aggression in den freien Raum. Selbst die Ballade “Written In Stone” tritt in knapp fünf Minuten mehr Arsch als Sonata Arctica, Hammerfall und wie sie nicht alle heißen auf ihren kompletten letzten Alben!

Ganz zu schweigen natürlich von High-Speed-Killern wie “I Spit On Your Grave”, “Violated” oder “Nowhere For No One”, in denen die beiden Saitenschwinger Alexi und Roope ein gitarristisches Feuerwerk in bester Judas-Priest-zu-Bestzeiten-Manier abbrennen, während Frontfrau Kimberly passend dazu wütender denn je ins Mikro röhrt, daß es nur so eine Freude ist. Dem will wohl auch der etatmäßige Children Of Bodom-Gitarrenhexer nicht nachstehen, und so kreischt Mr. Laiho denn auch das exzellente “Shadow Island” in bewährter Weise ins Mikro.

Kritik? Na ja, besonders lang ist die Scheibe mal wieder nicht ausgefallen, knappe vierzig Minuten sind schon ein bißchen wenig. Andererseits kommt so erst gar nicht die Gefahr auf, daß es langweilig werden könnte, den das, was da ist, ist schon allererste Sahne. Insofern ist mir das alles ziemlich wurscht, Ihr könnt zur Not ja Repeat drücken oder (so noch nicht geschehen) die ersten zwei, ebenfalls höchst gelungenen Alben gleich mit aus dem Regal greifen. Wie auch immer, angesichts der gebotenen Klasse kann ich die Band auch beim dritten Male nur wärmstens weiterempfehlen. Hattrick also - kaufen!

(c)2002, Ernst Zeisberger

1