Saxon : Killing Ground

Britanniens mit weitem Abstand konstanteste Stahlschmiede schlägt wieder zu. “Killing Ground” ist, man glaubt es kaum, dan nunmehr fünfzehnte Studiowerk von Biff und seinen Mannen und, wie alle sächsischen Alben seit dem überragenden “Solid Ball Of Rock”-Comeback Anfang der 90er, wieder mal ein Pflichtkauf für alle Fans der NWOBHM-Legende und Freunde des erdigen, ehrlichen Briten-Metals allgemein. Schließlich sind Biff&Co. so ziemlich die einzigen Überlebenden dieser Ära, die mit jedem neuen Album mindestens drei All-time-Klassiker verfassen, die neben den alten 80er-Hits keinesfalls verblassen und mit der Zeit zu Recht ihren Platz auf den “Best Of”-Samplern der Zukunft einnehmen werden. Im Falle “Killing Ground” sticht da besonders der “Dogs Of War”-mäßig daherstampfende Titeltrack hervor, ebenso eine klassische Schlachtenhymne wie das extrem eingängige “Deeds Of Glory” (jawoll!), dessen Hammer-Chorus ich im Moment nicht mehr aus dem Kopf bekomme.

Ebenfalls sehr klasse sind das schnelle “Dragon’s Lair”, ein Metalkracher der Extraklasse; das abschließende, bezeichnend betitelte “Rock Is Our Life” (abermals: jawoll!), das stets unwiderstehlichen 80er-Charme versprüht und auch auf “Crusader” nicht fehl am Platze gewesen wäre sowie das für Saxon-Verhältnisse sehr ungewöhnliche, aber absolut geniale “Court Of The Crimson King”, ein Cover der mir bisher unbekannten Progrocker von King Crimson.

Dazu gibt’s wie immer ein paar ultraklassische Groove-Rocker, deren Qualität vom eher durchschnittlichen “Hell Freezes Over” bis hin zum supercoolen “Running From The Border” allerdings ziemlich schwankt – was zusammen mit der verdammt düsteren Hiroshima-Ballade “Shadows On The Wall”, die mich ob ihrer extremen Finsternis doch eher kalt läßt, auch dafür sorgt, daß “Killing Ground” trotz einiger exzellenter Songs nicht ganz zu Meisterwerken wie “Unleash The Beast” oder “Strong Arm Of The Law” aufschließen kann. Was soll’s, ein erstklassiges Album, das in jede Saxon-Sammlung gehört (und mir persönlich ‘ne ganze Ecke besser als der direkte Vorgänger “Metalhead” reinläuft), bleibt das gute Stück immer noch.

(c)2001, Ernst Zeisberger

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