Profound : Deep And Sincere
Bandname
und Albumtitel dieser Holländer lassen schon abgefahrenen Klugscheißer-Prog
erwarten, aber ganz so heftig kommt’s dann doch nicht. Der Profound-Phoenix ist aus
der Asche der mir leider unbekannten Black Knight (nicht zu verwechseln mit den
gleichnamigen kultigen Amis!) auferstanden. Und auch wenn man mit der
Nachfolgerband verstärkt progressivere Pfade zu beschreiten gedenkt, so hört
man ihrem Debüt doch überdeutlich diese Genesis an.
Und das
ist auch gut so! Sind es doch gerade die zahlreichen, oft ellenlangen
Instrumentalpassagen des Gitarrenduos Gertjan Vis/Richard Tseng, die in der
Manier der alten Maiden verstärkt für Begeisterung sorgen. Man höre nur detailreich
komponierte, mit reichlich Spielfreude eingezockte Melodiewunder wie den Opener
“Futile Reality” oder das fantastische “Transparent Borders”! Für ein Debüt
klingt man auf dem Konzeptalbum fast schon etwas zu abgeklärt – fast,
als ob Dream Theater oder Queensryche Lieder von Maiden covern würden…extrem
klasse!
Gesanglich
kann der technisch durchaus versierte Pieter Bas Borger am Mikro da leider nicht
mithalten. Wenn er auch sein Organ zweifelsohne beherrschen mag (und etwas an
Geoff Tate oder dessen deutsches Gegenstück Olaf Bilic (Jester’s
March/House Of
Spirits)
erinnert), so ist mir sein Gesang doch entschieden zu gefühlskalt ausgefallen,
ähnlich etwa dem ersten Sänger von Tad Morose damals. Etwas mehr Ecken und
Kanten, bitteschön, und das nächste Mal könnte durchaus ein kleiner Undergroundklassiker
herausspringen!
(c)2003, Ernst Zeisberger