Kamelot : Epica
Und hier
ist er auch schon: der erste Volltreffer des neuen Jahres! Nach dem lediglich
guten Vorgänger “Karma” knüpfen die Amis und ihr norwegischer Sangesgott Roy
Khan endlich dort an, wo ihr Alltime-Klassiker “The Fourth Legacy” weiland aufhörte.
Heißt im Klartext, daß man den zuletzt etwas überbetonten Euro-Metal-Touch
wieder gehörig zurückgefahren hat – allein der recht hitverdächtige Ohrwurm
“Forever” scheint noch der Nachbarschaft von Rhapsody & Co.
entsprungen – und dafür stärker denn je auf Eigenständigkeit und Progressivität
setzt.
Da wird es
niemanden verwundern, daß das Ergebnis ein ums andere Mal die Glanztaten von Conception heraufbeschwört.
Wie in der durch klassische Chöre verstärkte Gott-Nummer “The Edge Of Paradise”
etwa. Oder bei den beiden Gänsehaut-Balladen “Wander” und vor allem “On The
Coldest Winter Night”, die die eher mittelmäßigen Tränentreiber-Versuche des
letzten Albums flugs vergessen machen. Khans Stimme schwebt hier über allem, in
seiner Intonation eher einem Freddie Mercury gleich als dem gewöhnlichen
Idealbild eines Metalshouters, und verleiht der Band abermals diese
majestätische, erhabene Größe, die der Bandname schon fast zwangsläufig
impliziert. M-Ä-C-H-T-I-G!
Ergo:
“Epica” ist momentan zweifelsohne die Referenz in Sachen klassikverstärkter
Metal und läßt für meine Begriffe das neue Stratovarius-Werk weit zurück.
Darum solltet Ihr das Konzeptalbum (inspiriert durch Goethes “Faust”)
schleunigst abgreifen, sobald es Euch aus den Regalen entgegengrinst…
(c)2003, Ernst Zeisberger