Halford : Crucible

“Demolition” klingt nicht wie “British Steel”. “Crucible” auch nicht. “Demolition” hat auch mit “Defenders Of The Faith” nicht viel zu tun. Genausowenig wie “Crucible”. “Demolition” ist modern, up-to-date, auf der Höhe der Zeit. Auch “Crucible” ist anno 2002 alles andere als ein Anachronismus. “Demolition” ist ein trendiges Stück Scheiße. “Crucible” ist ein zeitloses Stück Metal!

Liebe Judaspriester, in Zukunft möchte ich von Euch nicht mehr weinerliche Statements der Sorte “werden von den Fans nicht verstanden” oder “sitzen zwischen allen Stühlen” lesen. Denn daß man den Spagat zwischen Tradition uund Moderne durchaus bewerkstelligen kann, ohne zwischen Rap und New-Metal ins Lächerliche abzugleiten, zeigt uns Altmeister Halford höchst eindrucksvoll auf seinem zweiten Solowerk. “Crucible” mag zunächst nicht so schnell ins Ohr gehen wie der erfolgreiche Vorgänger, was vor allem daran liegt, daß Rob diesmal nicht so schamlos den Priest-Abfalleimer plündert. Der Schritt von “Resurrection” ist ähnlich dem, den sein Kollege Dickinson zwischen “Accident Of Birth” und “Chemical Wedding” vollzogen hat (mit einem “partner in crime” wie Roy Z. wohl alles andere als ein Zufall): wesentlich heavier ist man geworden, aber auch eigenständiger und teilweise etwas experimenteller. Dem einen oder anderen Headbanger mag da anfangs vielleicht ein offensichtilicher Über-Hit der Marke “Made in Hell” fehlen – auf der anderen Seite bleiben wir von unspektakulärem Füller-Material, wie es den großteil der zweiten Hälfte von “Resurrection” beherrscht hat, diesmal im wesentlichen verschont.

Bis zur unvermeidlichen Judas Priest-Reunion kann es also nicht mehr lange daueren…bis dahin könnt Ihr Euch die Zeit ja mit Killertracks wie “One Will” (Ohrwurm!), “Betrayal” (Rob mal wieder in höchsten Tonlagen), oder dem exzellenten Titelsong vertreiben. Es lohnt sich…

(c)2002, Ernst Zeisberger

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