Final Chapter : The Wizardqueen

Lust auf was Eigenproduziertes aus deutschen Landen? Final Chapter zocken recht kompetenten, keylastigen Melodic Metal typisch teutonischer Machart. Da die vorliegende EP mit zahlreichen Musikanten eingespielt wurde, deren eigentliche Bands (von denen ich durchgehend noch nie was gehört habe...) in den Credits erwähnt werden, vermute ich mal ganz gewagt eher ein Projekt denn eine bestehende Band hinter diesem Namen.

Wie auch immer, Final Chapter ziehen das Ganze schön theatralisch auf, inklusive Wechselgesang zwischen Männ- und Weiblein, Fantasy-Konzept und allem, was sonst so dazugehört. Wobei Sänger Oliver Strasser mich im wesentlichen voll überzeugen kann, gerade durch die angenehm häufig eingestreuten spitzen Schreie; sein weiblicher Gegenpart bleibt dagegen ziemlich blaß und scheint auch mit Metal-Gesang nicht gerade viel am Hut zu haben.

Dieses zweifelhafte "Kompliment" muß ich auch dem Produzenten, Mixer oder wer hier immer versagt haben sollte, machen. Da haben wir auf dem Backcover nicht einen, nicht zwei, nein, DREI Leute mit Dienst an den Klampfen aufgeführt, und man hört ungelogen nicht einen einzigen von ihnen abgesehen von etwas dumpfen Rauschen im Hintergrund. Dabei hatten mich die schön melodischen Leads des Intros schon angenehm hoffend aufhorchen lassen...

Sprich, ich kann diese EP wirklich nur Leuten empfehlen, die auch mal über 'ne verunglückte Produktion rüberhören können - denn rein musikalisch wird durchgehend ordentlicher Melodic-Stoff geboten, wenn's auch keine Offenbarung darstellt. Holt Euch beim nächsten Mal nur um Gottes willen jemanden ans Pult, der das Wort Metal einigermaßen buchstabieren kann UND auch weiß, daß in diesem obskuren Stil diese merkwürdigen Dinger mit den Saiten sich eigentlich immer ganz gut machen.

(c)2001, Ernst Zeisberger 1