Freedom Call : Eternity
Hmmmm,
irgendwie ist mir “Crystal Empire”, das zweite Album dieser metallischen
Federgewichte, doch wesentlich besser reingelaufen. Waren doch Songs wie
“Pharaoh” oder gar das etwas Metallica-mäßige “The Quest” doch
wesentlich mutiger als alles, was sich auf dem nichtsdestotrotz ganz
gutklassigen Nachfolger findet. “Eternity”, die Beliebigkeit des schon x-mal
verwendeten Titels deutet es schon an, setzt mir viel zu sehr auf die
altbekannten Melodic-Speed-Songstrukturen, ohne jedoch allzuviel hervorbringen
zu können, das mit den Größen des Genres (Angra, Gamma Ray, old Helloween…) wirklich
mithalten kann. “Warriors”, “Flying High” oder “Eyes Of The World” – das klingt
alles sehr angenehm, aber ich werde das Gefühl nicht los, daß Freedom
Call
zu mehr in der Lage wären.
Denn rein
technisch ist hier alles gewohnt erste Sahne, und gerade Sänger Chris hat noch
mal ordentlich zugelegt – von den Kanongesängen des Ohrwurm-Openers “Metal
Invasion” (höre ich da die ersten Kuttenträger “Blasphemie” schreien?) bis hin
zu fast Queen-mäßigen Einlagen in der ansonsten leider viel zu kitschigen Ballade
“Bleeding Heart” ist der Mann stimmlich voll auf der Höhe. Sein exzellenter
Gesang trägt auch meinen persönlichen Favoriten, die stark an die Europe’sche ‘86er-Fanfare
“Final Countdown” erinnernde Götterhymne “Land Of Light”. Klasse – wäre vor 15
Jahren sicher ein Kandidat für die Single-Hitlisten gewesen!
Alles in
allem – ganz nett. Beim nächsten Male aber bitte wieder etwas mehr Mut zum
Risiko...
(c)2002, Ernst Zeisberger