Eidolon: Seven Spirits
Vor einiger Zeit habe ich dieses Album schon mal im Rahmen der "Kurz und schmerzlos" Rubrik verwurstet, doch ich fande es da etwas fehl am Platze. Daher nun der Sprung zu den "großen" Reviews. Also,
Vicious Rumors- und Power-Metal-Fans, aufgemerkt, hier kommt eine Wahnsinnsband! Eidolon aus Kanada wollen Eure Aufmerksamkeit und haben sie auch wirklich restlos verdient! Vor einiger Zeit ließ das Debüt "Zero Hour" den Underground aufhorchen, überzeugte man doch schon damals mit knallhartem, lupenreinem, midtempo- bzw. rifflastigem Power-Metal at its best. Auf "Seven Spirits" (natürlich eine Eigenpressung, was habt Ihr erwartet?) folgt man genau diesem Path Of Glory und führt das weiter, was mit "der Stunde Null" begonnen hat. Die Qualitäten Eidolon's kann man sich am besten am Song "The Path" verdeutlichen: beginnend als wahres Riffmonster, entwickelt sich der Song zu einem progressiven Lehrstück in Sachen Power-Metal, ein kurzes Piano-Zwischenstück wird sofort abgelöst von genialen zweistimmigen Gitarrensoli und phänomenaler Rhythmusarbeit. Überhaupt: die Gitarrenarbeit ist schlicht sensationell zu nennen, hört mal bitte den Titeltrack mit seinen abwechslungsreichen Riffs, Licks und Soli und Ihr wißt genau, was ich meine (ruft mich an, ich spiel's Euch durchs Telefon vor...)! "No Escape" ist dann ein simpler, mit einem stampfenden Rhythmus ausgestatteter Metal-Song, den Metallica seit Jahren schreiben wollen, es aber vor lauter Geldzählerei und Country-CD-Sammlungvervollständigung nicht gebacken kriegen. "Priest" ist eine gefühlvolle und emotionale Ballade, die man der Band gar nicht zutraut, nimmt man beispielsweise den metallischen Orkan des Openers "Confession" als Maßstab. "Set Me Free" kann man getrost als Halbballade bezeichnen und "Shattered Image" ist ein überlanger, dreigeteilter Song, der ebenfalls alle Qualiäten der Band aufs wundervollste darbietet. Da auch Sänger Brian Soulard sich dem hohen musikalischen Niveau anpasst (sprich: eine rattengeile Stimme hat) und man schlußendlich mit "Diary Of A Madman" noch einen der besten Ozzy Osbourne-Songs genial covert, steht einem Kauf dieser Klasse-CD nichts mehr im Wege! Oder?!?
(c) 1998, Michael Kohsiek