DoomSword: Let Battle Commence

 Beim dritten Album einer Band heißt es ja immer wieder “make it or break it” – und geht man nach dieser Maxime, so kann für die italienischen Epic Metaller DoomSword nur ersteres gelten. „Let Battle Commence“ liegt musikalisch nämlich zu einhundert Prozent auf der Linie des genialen Nicht-von-dieser-Welt-Vorgängers „Resound the Horn“, wenngleich der Fünfer mit den kultigen Pseudonymen (die Musiker nennen sich bekanntlich The Forger, Guardian Angel II, Dark Omen, Wrathlord sowie Deathmaster. HAIL!!) die Eckpunkte ihres Sounds noch etwas ausweiten konnten. Man wurde unglaublicgherweise noch heavier, steigerte gleichzeitig aber die episch-breitwandigen Facetten ihres Sounds, so dass man die großen Vorbilder von Bathory schon lange rechts überholt und weit hinter sich gelassen hat.

Sechs der sieben neuen Songs überschreiten die Sieben-Minuten-Marke – man lässt sich also wie gewohnt Zeit bei der Inszenierung der Mini-Epen. Geschwindigkeitsfanatiker kommen auf „Let Battle Commence“ natürlich zu keiner Sekunde auf ihre Kosten, dafür aber die Verehrer solch doomiger Lavasounds der Marke Solitude Aeturnus oder auch Candlemass. DoomSword sind dennoch derzeit einzigartig im gesamten Metalbereich und es gibt im Moment wenige Bands, die mich musikalisch so berühren wie die Italiener.

Textlich beschäftigt sich Mastermind Deathmaster wiederum mit der reichhaltigen Geschichte der Wikinger, dieses Mal mit einem Konzept über die Eroberung der Stadt York durch die Armeen des Dänen Ivarr the Boneless im Jahr 866 n. Chr., jedoch abwechselnd aus der Sicht der Briten und der dänischen Eroberer erzählt. Lange Rede, kurzer Sinn: Songs wie der mit fast schmerzhaft schönen akustischen Parts versehene Opener „Heathen Assault“, das kaum mehr aus den Ohren zu bekommende „Woden’s Reign“, das magische „My Name will Live On“ (natürlich keine Ballade!) sowie das mit ein paar der besten Rhythmen der Bandgeschichte angereicherte „The Siege“ lassen keinen Zweifel mehr offen, dass hier eine Band auf dem besten Wege ist, ihr selbstgestecktes Ziel zu erreichen: den Epic Metal-Thron zu erklimmen!

All Hail to DoomSword, All Hail to Metal!

c)2003, Michael Kohsiek

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