Aska : Avenger
Laut Booklet bereits die vierte Scheibe dieser texanischen Formation. Wundert mich ob der gebotenen Klasse ganz und gar nicht - "Avenger" ist US-Metal in Reinkultur und in Vollendung. Von der eher durchschnittlichen Klischeenummer "Leather" mal abgesehen, tummeln sich hier nur 1a Metalhymnen, aus denen der goile, arg Priest-lastige Opener "Crown Of Thorns", der schnelle Banger "Eternal Night", die Hits "Escape : Victorious" und "Angels Of War" sowie die epischeren, streckenweise in Virgin Steele-Terrain vorstoßenden "Imperial Rome" und "Against The Gods" am deutlichsten hervorragen, bevor dann die unsterbliche Götterhymne "Valkyries" das Album würdig beschließt. Stilistisch bewegt man sich im wesentlichen zwischen Klassetruppen wie Armored Saint, Warrior, Dio und den oben genannten, wobei vor allem Sänger George Call mit einer rauhen Gänsehautstimme irgendwo zwischen David DeFeis, Ted Bullet und R.J. Dio begeistern kann. Erstklassig! Die Gitarrenfront hätte zwar für meinen Geschmack zeitweise etwas mehr Power vertragen können, insgesamt ist der Sound aber vollkommen in Ordnung.
Den guten Eindruck bestätigt nebenbei die professionellste Verpackung, die ich seit langen von einem solchen Album gesehen habe (Lyrics, tonnenweise Bandpics und ein Artwork von Klischeeking Luis Royo...), und ich frage mich, wieso sich diese Klassetruppe hierzulande eigentlich noch keinen Deal sichern konnte. Verdient hätten sie's...
Sprich, für Anhänger des melodischeren US-Metals ein todsicherer Tip. Man kann ja nicht immer nur die neue Armored Saint hören, gell...und an dieser Klasse sind Aska zumindest mal nahe dran.
(c)2000, Ernst Zeisberger