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Sinister Realm : Sinister Realm

Wer um ihre Genesis im Umfeld der US-Langsamrocker von Pale Divine weiss, dem werden die Black Sabbath-Roots von Sinister Realm keine grosse Überraschung bieten. Dennoch liegt uns hier kein astreiner Doom vor - wahrscheinlich auch ganz gut so, so geht der Rundling schon mal nicht zwischen all den hochkarätigen Releases, die dieses Genre in letzter Zeit hervorgebracht hat, unter. Nein, es ist purer, klassischer Heavy Metal, der ähnlich den Sabbath der frühen 80er seine urwüchsigen Roots zwar nicht verleugnet, aber doch etwas völlig anderes daraus macht (und damit nicht nur zur den prä-Dio-Sabbath, sondern auch etwa zu Pale Divine in deutlichem Kontrast steht). Mehr Dio als Iommi, if you will.

Das trifft zumindest musikalisch den Nagel auf den Kopf, stimmlich hingegen hat man mit dem famosen Alex Kristof keinen Ronnie James-Wannabe hinters Mikro verfrachtet, sondern outet sich unverkennbar als Jünger des US-Metal-Sounds (ein an die Leine gelegter Harry Conklin kommt mir am ehesten in den Sinn, die Epik des Vortrages verweist zuweilen aber auch schon mal an alte Candlemass-Tage) - und sorgt damit für eine stimmige Mischung, die dem Traditionsbanger mit Hits wie dem dioesken "The Demon Seed" oder dem hymnischen "March Of The Damned" einiges zu bieten hat. Gitarrentechnisch und auch vor allem, was den Bass-Sound angeht (mit dem von den eingangs erwähnten Pale Divine abgewanderten John Gaffney macht uns auch hier der Herr der vier Saiten den Harris) lugen hie und da dabei durchaus auch die ollen Maiden mal wohlwollend um die Ecke, wobei die dann weiland doch 'ne ganze Ecke mehr Schmackes in ihre Songs steckten. Hauptmanko ist heuer nämlich schon (neben einem eher überflüssigen Instrumental) recht offensichtlich die mangelnde Power bei den schnelleren Songs wie dem schaumgebremsten "Mongol Horde". Ein Symptom der Doomvergangenheit einiger Beteiligten?

Alles in allem ist "Sinister Realm" aber eine mehr als solide Erstvorstellung und für die üblichen Verdächtigen (sprich: unsere Leserschaft) definitiv das Reinhören wert. Macht Lust auf mehr!

(c)2009, Ernst Zeisberger