Hardrocker Festival - Polen - 27.09.2008 Bielo-Bielska
Mal wieder ein etwas längerer Bericht
Wir sind sind Freitag kurz nach 17 Uhr in Erfurt losgefahren, haben dann mit ein paar Bekannten den Abend in Dresden verbracht und bei meinen Eltern gepennt und sind 7 Uhr am nächsten Morgen losgefahren - ich ziemlich zerstört von 2 Stunden Schlaf, viel Bier und einem lauschigen Schlafplatz auf der Küchenbank..
7 Uhr sind wir dann losgefahren, wobei ich aber außerhalb von Dresden nicht sooo viel mitbekommen hab, da ich bis zur polnischen Grenze ins Wachkoma gefallen bin. Dort sind wir ohne jeglichen Kontrollen rüber gekommen (was gar nicht so schlecht ist, weil inzwischen festgestellt hab, dass mein Ausweis seit 3 Wochen abgelaufen ist *Kopf auf Tisch*) und sind dann auf recht rumpeligen polnischen Straßen bei verwirrenden Verkehrsschildern innerhalb von 5 Stunden bis nach Bielsko-Biela gekommen, wobei uns auf dem Weg 5 Armeekonvois inkl. Panzern entgegen gefahren sind. o.O
Wir sind jedenfalls gegen 14 Uhr vor Ort angekommen und haben uns noch 2 mal im Ort verfranst, bevor wir unser Hotel in gefunden haben, dass von außen zwar wie eine elendigliche Bruchbude aussah, innen allerdings sämtlichen meiner Ansprüche gerecht wurde, was in etwas folgendem entspricht: Es regnet nicht rein, ich habe keine Ameisen im Bett, mein Bett ist auch anderweitig unbelegt und es gibt fließend Wasser. Ansonsten gab es auch noch Handtücher, Seife, reichliches Frühstück (mit ca. 7mal zu vielen Belegen für die 2 Brötchen, die man bekam) Die Leute an der Rezeption konnten Deutsch und Englisch, so dass man sich gut verständigen konnte, und hatten nen bewachten Parkplatz - also insgesamt wirklich sehr gut (erst Recht für den Preis von 30 Euro für ein 3 Bett Zimmer) Außerdem waren wir im gleichen Band wie Sacred Steel, Omen und Overdrive und haben dann ergo später noch ein wenig mit den Leuten palavern können.
Kurz nach dem einchecken und nachdem wir unseren Kram nach oben gebracht hatten, sind wir dann auch schon zum Hardrockerfestival selber marschiert, weil da nämlich 14 Uhr auch Einlass war und wir deshalb ein wenig undoomige Eile an den Tag legen mussten, womit das Ganze ja eindeutig schon nix mehr werden konnte

Nach etwa 20 sehr erholsamen Minuten zu Fuß nach all dem ewigen Rumsitzen waren wir dann auch schon da und ich hab natürlich zielgerichtet vergessen mein Swordbrothers Ticket vorzuzeigen, mit dem ich kostenlosen Eintritt bekommen hätte. Das Festival fand in nem Keller von irgendeinem Bürogebäude oder was in der Art statt und da der Zugang dazu im Hinterhof desselben war, standen die gesammelten Metaller auch einigermaßen konzentriert dort, was für eine ziemlich kommunikative Atmosphäre gesorgt hat. Flo und ich sind auch gleich mal als Deutshe entlarvt worden, weil unsere Kutten so voll geklatscht sind, und das scheinbar außer Deutschen (und vielleicht noch ein paar Briten) scheinbar kein vernünftiger Mensch macht. (Moment... warum habe ich deutsche und britische Die Hard Fans zu vernünftig gezählt?.... egal!)
Unten im Keller hab ich festgestellt, dass das ebenfalls eine Art Gewölbestruktur hatte, obwohl das Gebäude drüber sehr modern aussah - was mich irgendwie grade etwas irritiert, weil ich das grade erst so richtig realisiere. War etwa 20 mal 30 Meter, abgetrennte Sitzbereiche auf der linken und rechten Seite mit Tischen inklusive. An der Wand rechts von der Bühne prangte das Auge von der Obituaryscheibe - Cause of Death Scheibe, was dem Schuppen doch ein klein wenig Credibility verschafft

Als wir rein amen spielten auch schon Master K(j)at - ne Thrashband mit ziemlich guten Riffs und sehr vielen Kutten und überhaupt Öld Skööl ohne Ende, allerdings eben trotzdem Thrash und schnell und nicht unbedingt meins. as allerdings bemerkenswert war, ist dass die Jungs einen wirklich unglaublich guten Sound hatten - ich hab aktiv Bass gehört. AKTIV! BASS! MELODIELINIEN! (ok, bei denen jetzt weniger, aber...

) Hab mir also währenddessen mal die Händler so angesehen und erstaunlich wenig gefunden, was mich interessiert, aber dafür mal wieder drölfzigtausend Bandnamen gelesen, von denen ich noch nie was gehört hab *Kopfschüttel* Hab mir dann mal ein überaus wohlschmeckendes Bier für nen lächerlichen Preis von umgerechnet 1,60 Euro geholt, wobei ich ein wenig von einer der beiden Damen hinter´m Tresen amüsiert war, die ein wenig arg aufgetakelt und gar nicht Metal für den Laden aussah. Die andere passt da schon eher ins (Beute)schema *duck* und war sowieso viel symphatischer, weil sie sogar nen Sloty weniger für ihr Bier haben wollte
Als zweite Band haben dann Witchking gespielt, die extrem nach Helstar und etwas technischen US-Metal frisch aus den 80gern importiert klangen. Hier wurde dann auch die Sache mit dem Sound wirklich deutlich. Jedenfalls ein genialer Sänger (der scheinbar einige Melodielinien von den Russen APUST geklaut hat), der ewig lang hoch kreischen konnte *schmacht*, guter Songaufbau mit Tempowechseln, kongenialem Riffing und sowieso und überhaupt und so. Was weniger toll war, war das die Jungs die Leute zum Pogen aufgefordert haben…
Nach der Band hab ich mich erstmal zur Linken hingesetzt und begonnen das Review zu notieren (ich schreibe das grade zum Teil aus meinem zerfledderten Notizbuch ab, da ich mir ja bekanntlich nix merken kann), während schon die nächste Band - Kruk aus Russland - begonnen hatte zu spielen, allerdings habe ich dieses Unterfangen nach dem 2ten Song dann unterlassen, weil ich hab bei der Band was bisher mir fast völlig unbekanntes entdeckt. Den Stil der Band würde ich nämlich am ehesten Als eingängigen Prog bezeichnen. Und da das etwa genauso vielsagend ist wie Progressive Punk mit leichtem Doomthrash Einschlag gebe ich mal als Vergleichsband Uriah Heep mit mehr Metal an. Geniale Keyboards (pardon - eine Hammondorgel!), die sich teilweise mit dem Gitarristen duelliert hat - und der Keyboarder konnte was - der hat 3 Soli gespielt, wo ich die Finger nicht mehr gesehn hab und außerdem hatte er ne große Sonnenbrille auf, musste also cool sein

Der Gitarrist war ebenso genial und hatte besonders auf seiner Gitarre nicht nur rumgewichst und gezeigt wie unglaublich geil er doch ist, sondern das Riffing hat immer noch in den jeweiligen Song gepasst und die Soli haben sich nicht endlos hingezogen, sondern passten da ebenfalls rein. Ich hab später mal mit dem Sänger gelabert - über nen polnischen Dolmetscher, da der Sänger leider weder des Englischen noch des Deutschen mächtig war - aber leider hat die Band noch keine CD draußen. Ich war jedenfalls unglaublich begeistert, weil ich mit so ner Band gar nicht gerechnet hab. Ach ja - Bassist und Sänger waren ebenfalls adäquat gut, nur der Drummer war´n bisschen abgefallen, was vermutlich aber der Grund war, warum ich die Takte überhaupt nachvollziehen kann.
Zusammenfassung: njam

Bin dann mal kurz raus und hab mit den Mitgereisten palavert - allerdings sind wir dann recht bald wieder nach unten marschiert und haben uns über eine seltsame Gestalt in Ku Klux Klan angemessener Kleidung + Texas Chainsaw Massacre Maske gewundert, allerdings hat sich relativ schnell geklärt, dass der Junge das Maskottchen von Overdrive war - zumindest hat er die ganze Zeit ihre Fahne (das Logo auf einer Englandflagge) in der Gegend rumgeschwenkt. Gespielt haben die Jungs ganz netten NWoBHMmit ein paar Keyboards drin, die allerdings nicht übermäßig nervig waren und grade was sie von frühen Singles gespielt hatten war wirklich arg fetzig.
Nach denen waren Crystal Viper dran, die erstmal n bisschen seltsam gewirkt haben am Anfang, weil die Band irgendwie Soundcheck hat machen lassen, ohne selber auf der Bühne zu stehen, sondern das von nem Roadie haben machen lassen. Deswegen war bei ihnen dann auch der Sound etwas schlechter als vorher (trotzdem noch überdurchschnittlich gut), musikalisch war´s auch astrein, allerdings haben es mir in dem Fall die Poger wirklich vergällt und ich hab mich in die erste Reihe hinter dem Pit gestellt, damit ich die Leute wenigstens davon abhalten konnte weitere Kreise zu ziehen. Hab dafür dann auch nach ner Weile von nem Polen der das ähnlich gehalten hat ein paar lobende Worte bekommen - hab ich zumindest aus dem Ton geschlossen, weil ich natürlich kein Wort verstanden hab. Die Viper hat 3 neue Songs gespielt, von denen besonders Leather Nation sehr mitreißend und gut aufgebaut war und dann noch Agents Steel mit Agents of Steel gecovert. Bei dem Song hab ich mir dann auch 2 hübsche blaue Flecken eingefangen <_<
Danach waren die polnischen Lokalhelden Horroscope am Zug, die allerdings auch Thrash spielen, weshalb ich sie mir nich angesehen hab - von den letzten 2 Liedern abgesehen, als wir zu Sacred Steel vorstürmen wollten. Hab in der Zwischenzeit erst mit dem Sänger von Omen gelabert, der in einer Ecke rum stand und sich 3mal nach den Namen von mir und 2 meiner Mitstreiterinnen erkundigt hat und uns zu ner Party im Hotel später am Abend eingeladen hat. Danach gings weiter und ich hab dann mit ein paar Polen gelabert, die extrem cool drauf waren, und sich quasi mit uns verbrüdert haben. Außerdem haben die uns erklärt, dass das Rumgepoge in Polen leider viel zu normal sei und das sie das selber annerve.
Vorletzte Band (fast vorbei

) waren dann Sacred Steel, die einen ähnlich seltsamen Soundcheck wie Crystal Viper gemacht haben, wobei allerdings Jonas (Gitarrist) und Matze (Schlagzeug) wenigstens auf der Bühne waren. Jonas - der Werder Bremen Fan ist - haben wir erstmal mit einem "Was ist grün und stinkt nach Fisch? Weeeeeeeeerdeeerrr Brreeeeeemeeeen" begrüßt, worauf er uns irritiert angeschaut hat, uns erkannt hat und danach ist ihm erstmal das Gesicht entgleist, weil er unsere Anwesenheit irgendwie nicht so ganz realisieren konnte *G* Der Gig danach war - wie jeder Sacred Steel Gig - Weltspitze, auch wenn die Säcke zum vierten Mal (hab sie ebenso oft gesehen) trotz lautstarkem Göhlfordern meinen Lieblingssong Rites of Sacrifice nicht gespielt haben. Recht witzig war, dass Gerrit die ersten Ansagen komplett auf Deutsch getätigt hat, bis jemand auf die Bühne gekommen ist und ihm gesagt hat, dass die Leute hier davon gar nicht mal so viel verstehn

Weniger schön war, wie die Security mit einem erschöpften Polen umgegangen ist, der sich vor lauter Müdigkeit auf die Absperrung vor den Bands gesetzt hatte, da der Junge auf den Boden geworfen, dann an den Armen herausgezerrt und dann auf einen Stuhl geschmissen wurde. Der neue Song Charge into Overkill vom kommenden Album Carnage Victory ist puritanischer Thrash, aber bei Sacred Steel darf´s auch für mich mal etwas schneller sein

Schlussendlich hat die letzte Band Omen gespielt und naja, es gilt in etwa das gleiche wie bei Sacred Steel - Hammerliveband, glorreiches Posen to the End (auch wenn ich nach Sacred Steel erstmal ne Weile pausieren musste) und Sänger Goerge, mit dem wir ja vorher gelabert hatten, hat während dem Song Deathrider 2mal meinen Namen gebrüllt, während er mich angegrinst hat: *typisches-glücklichster-Fanboy-der-Welt-Grinsen*) Die Poger haben mal wieder genervt, weil die zielsicher versucht haben alles niederzumähen, da Omen ja die letzte Band war, bei der sie Gelegenheit zu hatten. Sie haben übrigens nur Songs von den ersten 3 Alben - also nichtmal Voices wie beim KIT oder Up the Hammers - gespielt und das Publikum, dass stillstehen konnte hat die Jungs auch endlos abgefeiert und alles mitgesungen, soweit es Englisch beherrscht hat. Außerdem sind bei einem Song (weiß grade nicht mehr welcher) 2 Damen in überaus unbequemen Korsetts mit etwas arg hochgeschnürten Brüsten, seltsamen Hochhackigen Stiefeln und ca. 3 Tonnen Farbe im Gesicht auf die Bühne gehüpft und haben versucht dort zu "tanzen". Ich will ja nicht sagen, dass die aussahen wie drittklassige nutten, aber :unsure: :rolleyes: :ph34r:
Und was mir den ganzen Tag dann doch noch versaut hat: Nach der ersten Zugabe, nach der ich eigentlich dachte, dass Schluss sei (weil längere Pause) und ich Brille schon wieder aufgesetzt hatte, haben sie noch zu ihrem Überhit Battlecry angesetzt und ich hab das Ding in meine rechte Seitentasche zu meinem Notiz- und meinem Telefonbuch gesteckt. Während dem Song ist jemand hingeflogen und hat sich beim Aufstehen an meiner Hose festgehalten und das Ding dabei offensichtlich aufgerissen. Als ich jedenfalls nach dem Song in meine Tasche greife finde ich da nur noch ein Loch nach unten vor und nach längerem Suchen (wo uns die Polen, mit denen wir vorher gelabert hatten, geholfen haben!) wurde dann meine völlig verbogene Brille - inklusive zertretenen Gläsern -und mein zerfleddertes Notizbuch wieder gefunden aber mein Telefonbuch ist nun ganz weg. <_< Kann nur hoffen, dass ich mein Altes wieder finde, ansonsten wird das sehr nervtötend, die Nummern wieder zu finden

Jedenfalls war ich dadurch erstmal ne Weile mies drauf und wir sind dann einigermaßen zeitnah wieder gen Hotel gegangen, wo wir dann ne Weile lang auf Omen gewartet hatten, die allerdings erst wesentlich später kamen als erwartet und als sie dann da waren, haben sie sich auch erstmal ne Weile lang in ihr Zimmer verzogen. Ich bin dann mit 2 Leuten auf unser zweites Zimmer gegangen, weil wir früh rauswollten, allerdings wurden die anderen beiden nochmal von George heimgesucht und einem der beiden (Flo - den ich auch noch irgendwann dazu kriege, sich hier anzumelden) wurde dann mit den Worten "I´m sure you´ll love it. If not you can give it back to me at Keep it True 12 Festival next year. But otherwise you´ll make a copy for each of you friends and then they´ll have to buy it there from us! *smirk*" noch eine Aska CD aufgedrängt. Jedenfalls ein Klasse Typ das.

Joa, am nächsten Tag gings dann nach dem Frühstück und einigen Beobachtungen wie Jonas von Sacred Steel verwirrt in Unterwäsche auf der Suche nach Gerrit und seinem Waschzeug durchs Hotel gewankt ist gegen 11 Uhr zurück und gut 9 Stunden später sind wir dann auch wieder in Erfurt aufgeschlagen.